Samstag, 16. November 2013

Bist du Gelabelt?



Schon seit einiger Zeit taucht zwischen „In oder Out“ und den perfekten Kombinationsmöglichkeiten für den neuesten Trend auch immer wieder die Frage nach der Verantwortung auf. 
Kann ich es verantworten, dass irgendwo auf dieser Welt Menschen unter ihrer Würde schuften müssen und sich dabei unabsehbaren Gefahren aussetzen, nur damit ich für meinen neuen Pulli gerade mal 9,99 € zahle? 
Möchte ich nicht viel lieber wissen, woraus genau und auf welche Art und Weise meine Kleidung gefertigt wurde, statt reizende Chemikalien und minderwertige Stoffe auf meiner Haut zu tragen?
Man hat gemerkt, dass diese Themen die Konsumenten zum Nachdenken gebracht haben. Viele versuchen wenigstens, sich im Dschungel der Etiketten zurecht zu finden und nachhaltigere, fair produzierte Produkte zu kaufen. Andere fangen an, ihre ausgedienten Klamotten nicht einfach wegzuwerfen, sondern sie zu verkaufen, zu tauschen oder zu verschenken.
All das sind Reaktionen auf aktuelle Geschehnisse, die sich derzeit gerade zu häufen scheinen und mit denen man überall konfrontiert wird. 
Ein Thema, das hingegen schon seit langem aktuell ist und von dem man derzeit vergleichsweise wenig hört, ist die Auswirkung des menschlichen Konsumwahns auf die Tierwelt. Sei es nun in der Lebensmittelproduktion, in der Kosmetikindustrie oder auch in der Medizin, Tiere werden in allen Lebenslagen in Mitleidenschaft gezogen, ohne sich dagegen wehren zu können, ohne eine Möglichkeit, dem Ganzen Wahn zu entkommen.
Da es sich hierbei allerdings weder um einen Food- noch um einen Beauty-Blog geht, nehme ich es mir heute zur Aufgabe, über die Aufgabe des Tierschutzes in der Modewelt zu schreiben, und euch diesbezüglich die Kampagne„Gelabelt“ eines jungen Münchner Tierschutzvereins vorzustellen, des AnimalsUnited e.V.

Ich selbst habe die Gründungsphase dieser Jugendorganisation miterlebt und muss sagen, ich bin wirklich stolz darauf, was sie mittlerweile auf die Beine gestellt haben!
Zusammen mit dem Musiker Peter Maffay und dem Tattoomodel Sandy P. Peng läuft nun schon zum dritten Mal die Anti-Pelz-Kampagne „Gelabelt“, durch die darauf aufmerksam gemacht werden soll, dass sich Echtpelz an vielen Kleidungsstücken und Accessoires findet, ohne dabei von den Käufern aktiv als solcher erkannt zu werden
Natürlich möchten die AnimalsUnited und ihre prominenten Mitstreiter grundsätzlich auf die schrecklichen Folgen der Pelzindustrie hinweisen, und die Menschen dahingehend wachrütteln, auf echten Pelz zu verzichten oder je nach Belieben auf Fake Fur umzusteigen.
Zudem kritisieren sie durch diese Kampagne aber vor allem, dass keine Kennzeichnungspflicht für Echtpelz existiert, wohingegen ansonsten mittlerweile so gut wie alles "gelabelt" ist. 
Durch diese Nichtinformation werden viele zu Pelzträgern, die diese Jacke oder Ähnliches niemals gekauft hätten, wenn sie gewusst hätten, dass dafür wirklich ein Tier sterben musste.
Auf diese Problematik macht der AnimalsUnited e.V. in München und auch Bremen durch einen Kinospot sowie durch zahlreiche Plakate aufmerksam.


 
Am Samstag den 09.11.2012 fand im Zuge der Kampagne auch ein Protest des Tattoo-Models Sandy P. Peng vor der Münchner Oper statt. Umzingelt von toten Nerzen, Füchsen, Kaninchen und Waschbären zeigte sie mit (kunst-)blutverschmierten Händen: "Wer Pelz trägt, trägt den Tod!“

Ich persönlich finde es sehr wichtig, hinter dem, was man trägt auch stehen zu können. Was nützt einem ein schönes Bild im Spiegel, wenn man sich selbst im Spiegel nicht mehr ansehen kann? Ich möchte wissen, was ich trage, lieber ein bisschen sparen, um mir ein Teil leisten zu können, das ich wirklich haben will, als es nach ein paar Mal tragen wegwerfen zu müssen, weil es sofort kaputt geht und vor allem will ich nicht, dass für meine Kleider andere leiden müssen. Seien es nun Zwei- oder Vierbeiner.
All das kann ich aber nur, wenn ich auf Etiketten erkennen kann, was ich da kaufe, wo es herkommt und woraus es besteht.
Ich denke jeder, der sich mit Mode beschäftigt, möchte in dem ein oder anderen Sinne gut aussehen. Dabei kann ich mich aber absolut Peter Maffay's Meinung anschließen: "Pelz ist nicht nötig, um chic und adäquat angezogen zu sein"






 Fotos und Video: AnimalsUnited e.V.

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