Dienstag, 7. Januar 2014

Tagträume

Gestern Abend war Kinoabend. Ich meine, was kann man an einem Feiertag nach einem anstrengenden Workout für die Hirnzellen in Sachen Erbrecht und dann auch noch bei diesem überhaupt nicht zuordenbaren Wetter auch anderes machen, als sich in einem dieser kleinen alten Kinos ohne Sitzplatznummerierung und mit einer Werbung, die sich wirklich nur auf Kinofilme beschränkt, ein gemütliches Plätzchen zu suchen und sich mit auf die eine oder andere Reise nehmen zu lassen?
Wenn man den Titel des Posts mit einbezieht wissen wahrscheinlich schon einige von euch, in welchen Film es uns gestern verschlagen hat. Genau, in Ben Stillers "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty". Keine Sorge, das hier soll keine Filmkritik werden und ich werde auch niemandem die Spannung vemiesen, indem ich das Ende verrate. Das Einzige, was ich aufgreifen möchte, ist die Thematik des Films an sich, das Tagträumen und der Weg hin zur Verwirklichung der Träume.
Der Unterschied zwischen einem Tagtraum und dem, was sich nachts in unserem Unterbewusstsein abspielt ist die Tatsache, dass wir nur im wachen Zustand steuern können, in welcher Welt wir unsere Gedanken umherschweifen lassen. Da gibt es keine Albträume, keine Erleichterung nach dem Aufwachen und auch kein"was war das denn wieder für ein Quatsch den ich da geträumt habe?". Aber es gibt manchmal die Enttäuschung der Realität. Wenn man dann nämlich von dem "anderen Stern" wieder zurück auf der Erde gelandet ist, ist oft nichts mehr davon übrig, wie man sich sein Leben gerade noch vorgestellt hatte. Die Füße stecken nicht im weißen Sand eines menschenleeren Traumstrandes, sondern doch nur im Sandkasten des Spielplatzes im Park,  die große Liebe, mit der man gerade noch in Romantik geschwelgt hatte, kennt einen eigentlich gar nicht oder das Spotlight auf der großen Bühne verwandelt sich plötzlich in das Scheinwerferlicht vorbeufahrender Autos.
Und genau das ist es, was Tagträumen eine gewisse Traurigkeit verleiht. Natürlich ist es manchmal schön, sich in eine Traumwelt zu flüchten, in der einem alle Türen offen stehen, alles möglich ist und man sein kann, wer auch immer man sein möchte. Trotzdem sollte man sich doch die Frage stellen, ob das alles wirklich ein Traum bleiben muss? Warum nicht einfach mal mutig sein und alles daran setzen seinen Traum zu verwirklichen? Nun gut, für den Traumstrand bräuchte es das nötige Kleingeld, das sich oft nicht so einfach aus dem Ärmel schütteln lässt. Aber solche Träume sind ja auch in Ordnung und man hat noch genug Zeit, sie zu verwirklichen, Den Traumprinzen hingegen, den kann man doch einfach mal ansprechen, denn woher soll er wissen, dass man existiert? Und die Sache mit dem Scheinwerferlicht...Nunja ich gebe zu, das ist nicht ganz einfach. Aber am Ende sind es doch gerade die Erfolge, an die man Schritt für Schritt immer weiter hingearbeitet hat, die einem am meisten Glück und Zufriedenheit bringen. Denn das sind die, bei denen man genau weiß, wofür man etwas getan hat.


Ich muss dazusagen, dass die Beispiele, die ich gerade gebracht habe, nicht meine eigenen Tagträume sind. Mein Traumprinz sitzt gerade neben mir und für einen weißen, menschenleeren Sandstrand hätte ich vermutlich zur Zeit zu viel Energie und Unruhe in mir, um mich da einfach hinzulegen und nichts zu tun. Um ehrlich zu sein, habe ich derzeit keine wiederkehrenden Tagträume. Früher war es das Fliegen. Immer wieder und wieder habe ich mir vorgestellt, fliegen zu können und die Welt von oben zu sehen, aber jetzt? Jetzt möchte ich so viele verschiedene Dinge erleben und erreichen, die sich teilweise widersprechen, meine Gedanken scheinen sich wohl noch nicht so ganz einig zu sein, wo es hingehen soll. Natürlich kann ich nicht jede kleinste Vorstellung versuchen zu realisieren, aber vielleicht sollte man bei seinen großen und kleinen Entscheidungen des täglichen Lebens manchmal einfach mehr darauf hören, was die Wünsche in einem selbst sagen, statt nur darauf zu achten, was sich gut in einem Lebenslauf macht, oder was andere von einem erwarten. Das muss jetzt kein Spontantrip nach Grönland sein, sondern vielleicht einfach....
Nunja ich denke diesen Satz muss jeder für sich selbst beantworten.

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