Donnerstag, 20. November 2014

Sonne

Sie fehlt mir jeden Tag. Jeden Tag, wenn ich in dieses Grau blicken muss. Wenn ich vergesse, die Vorhänge zu öffnen bevor ich zur Uni gehe, weil es dadurch auch nicht heller würde. Und wenn ich nach Hause komme und die geschlossenen Vorhänge sehe wird es mir wieder bewusst, dass sie fehlt.
Und wenn sie dann mal da ist, sehe ich sie durchs Fenster, sie kitzelt meine Nase, um mich zu begrüßen. Bis die elektrischen Rollos sich automatisch schließen, die sofort reagieren, als wäre sie Gift. Sie könnte uns ja daran erinnern, dass es da draußen schöner ist, dass es unserer Seele guttäte, uns von ihr verführen zu lassen.
Die Sonne ist ein Wundermittel und eine gehörige Portion Lebensfreude, sie baut auf und heilt kleine und manchmal auch größere Wunden.
Ich dachte immer, ich wäre da nicht so sensibel. Sonne oder keine Sonne - was solls?! Natürlich macht sie die Welt wärmer und bunter, aber eine Auswirkung auf die Stimmung?
Mittlerweile weiß ich, dass ich mich geirrt habe. Frühling-, Sommer-, Herbst- oder Wintersonne, das ist egal.
Aber je seltener wir sie haben können, desto dringender brauchen wir sie!



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