Sonntag, 4. Januar 2015

Mein aktuelles Projekt - oder - wie weit geht vegan?

In der nächsten Zeit wird es schwierig, euch fertige Stücke zu zeigen, weil aktuell irgendwie nur Großprojekte auf mich warten. Da ich euch aber natürlich nicht so lange außen vor lassen möchte, bekommt ihr schonmal einen Blick auf mein aktuelles Strickprojekt.
Wie schon die Weihnachts-Strickjacke habe ich sie im Knit the Cat 05 - Heft gefunden. Genauer gesagt habe ich mir dieses Heft gerade deshalb gekauft.
Erinnert ihr euch noch an meinen Facebook-Post aus Hamburg über das Strickcafé mylys und dass ich dort gleich einmal zugeschlagen habe? Richtig, daher stammen sowohl Idee als auch Wolle.
Ich habe lange überlegt, ob ich mir nicht vielleicht ein einfacheres (und schnelleres) Projekt aussuchen sollte, aber die Bilder haben mich einfach angesteckt und so musste es das Kleid sein.
Dass ich jetzt gerade einmal bei 30 cm Rückenteil angelangt bin, liegt aber nicht an der Schwierigkeit sondern vielmehr daran, dass mein Freund kurze Zeit nachdem ich damit begonnen hatte, in demselben Heft die Vintage Strickjacke gesehen hat. Geboren war das Weihnachtsprojekt und mein Kleid wurde vorübergehend auf das Abstellgleis verschoben.
Da durfte es jetzt aber wieder raus und ich bin fleißig am Stricken.



Beim Fotografieren ist mir allerdings die Frage in den Sinn gekommen, ob sich das Stricken eigentlich mit meinem veganen Januar verträgt. Ich habe mich in den letzten Tagen viel zu diesem Thema informiert und habe viel gelesen. So bin ich eben, wenn ich mich für etwas begeistere, dann richtig. Und da kommen dann natürlich nicht nur Kopfnicken und Zustimmung auf, sondern auch kritische Fragen und Zweifel. Ich meine, ich weiß, dass zwischen veganer Ernährung und veganer Lebensweise noch einmal ein großer Schritt liegt und ich werde während diesen Monats auch nicht sämtliche tierische Kleidungsstücke aus meinem Schrank aussortieren, aber wenn man es mal genau nimmt...Trotz des schönen Namens "Leinen Los" beinhaltet das Garn schließlich immer noch 70 % Schurwolle.
Andererseits: Was ist wohl natürlicher und umweltschonender, als seine Kleidung selbst herzustellen? Ohne unwürdige Arbeitsbedingungen, chemische Inhaltsstoffe und weite Transportwege quer durch die Welt?
Ja, Schafe werden für die Wolle gezüchtet und geschoren, aber ist das schlimmer als chemisch hergestellte Textilien? Ehrlich widerstrebt das meiner persönlichen Einstellung!
Vielleicht sollte ich mir einfach einmal die Haltung der Wollschafe und den Weg zum fertigen Knäuel genauer anschauen. Sollte sich diese Gelegenheit einmal bieten, werde ich euch davon natürlich berichten und vielleicht eine endgültige Antwort auf meine Fragen finden.
Bis dahin werde ich weiter stricken und meine Klamotten und Schuhe tragen, zumindest aber während meines veganen Januars keine neue Wolle und auch keine Kleider mit tierischem Ursprung kaufen.
Wie sind eure Gedanken zu diesem Thema? Kann selbstgemacht schlecht sein? Ich freue mich auf eure Kommentare oder Mails.

Kommentare:

  1. Man sollte nicht die Frage stellen was besser oder schlechter ist sondern die beiden Themen Vegan und Arten von Textilien differenziert betrachtet werden. Bei der Frage nach den Textilien ist es besser auf natürliche Produkte wie Schafswolle und bei Möglichkeit auf selbst hergestellte Kleidungsstücke zu setzten als auf chemisch und unter schlechten Arbeitsbedingungen hergetsellte Kleidungsstücke. Bei der veganen Lebensweise stellt sich aber in erster Linie nicht die Frage was besser für uns Menschen ist sondern was das beste für das Tier ist. Und ist die Schafswollherstellung das beste für das Schaf? Da ich kein Schaf bin kann ich die Frage nicht beabtworten. Ich finde wenn man sich um Tiere gut kümmert darf man auch was von ihnen fordern, wie z.B. Wolle, Honig, Milch, Eier usw.

    AntwortenLöschen
  2. Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar, dieser Meinung kann ich mich gewissermaßen anschließen.
    Ich möchte nur noch kurz anmerken, dass ich nicht darauf abstellen wollte, was besser für den Menschen, sondern was besser für die Umwelt in ihrer Gesamtheit ist.

    AntwortenLöschen